Der Eichsfeldtag und sein Effekt auf die rechte Szene

Dass der Eichsfeldtag in Leinefelde kein einfaches Konzert mit ein paar politischen Reden ist, sollte klar sein. Was allerdings genau hinter dem Event steckt und welche Bedeutung es für die rechte Szene vor Ort und überregional hat, soll dieser Text klären.

Das “Großkampfjahr” 2014

In diesem Jahr stehen in Thüringen 3 Wahlen an. Wie bekannt sein dürfte, findet am 25. Mai die Wahl des Europäischen Parlamentes statt. Am gleichen Tag sind Kreistags-, Stadtrats- und Gemeinderatswahlen in Thüringen angesetzt. Im September diesen Jahres (14.) finden zudem die Landtagswahlen in Thüringen statt. Kein Wunder, dass die Thüringer Nazis ihrerseits dieses Jahr als “Großkampfjahr für nationale Strukturen” betiteln. Neben dem Effekt eines Open-Air-Festivals dient der Eichsfeldtag den Nazis somit als groß angelegte Wahlkampfveranstaltung, was sich auch schon im ursprünglichen Namen der Veranstaltung während der Anmeldung niederschlug: “Kommunaler Wahlkampfauftakt – Identität bewahren, Volksgemeinschaft leben! Für eine nationale und soziale Politik auf allen Ebenen!” Sie selber rechnen laut Facebook mit 1.000 Teilnehmenden. Derzeit haben 300 Personen innerhalb des sozialen Netzwerkes zugesagt.

Ein Potpourri brauner Ikonen

Dass das Event der NPD als Aushängeschild am Herzen liegt, schlägt sich auch in den eingeladenen Bands und Rendern nieder. Musikalisch bieten die Nazis von Sturmwehr, Hausmannskost und Tätervolk über P18 bis zum Liedermacher Frank Rennicke einen Querschnitt rechter Erlebniswelt an. Auch die Redner bilden mit NPD-Landesvize Thorsten Heise, dem ehemaligen NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt, sowie dem Berliner Vize-Vorsitzenden der NPD Uwe Meenen und dem hochrangigen Geschichtsrevisionisten Wolfgang Juchem eine “bunte” Mischung aus Antisemiten, Schlägern, Rassisten und sonstigen Menschenverachtern.

Vernetzungs- und Organisationssprungbrett

Wenn die NPD derartige Geschosse auffährt, ist natürlich logisch, dass sonstige Rechte nicht weit sind. So kündigen sich für den Eichsfeldtag zahlreiche vermeintliche deutsche Opfer wie dem “Aktionsbündnis gegen das Vergessen”, welches Europas größten regelmäßigen Nazi-Aufmarsch anlässlich der erfolgreichen Bombardierung Dresdens durch die Alliierten organisiert, oder dem Bad Nenndorfer “Gedenken”, an. Auch die Organisatoren des “Tags der deutschem Zukunft” oder die rechte “Gefangenenhilfe” haben sich für den 17. Mai in Leinfelde angekündigt. Damit wird klar, dass an diesem Tag auch unorganisierte Dorfnazis und Stammtischrassisten für organisierte Nazi-Strukturen gewonnen werden sollen.

Jetzt erst recht!

Besonders aufgrund dieser Entwicklungen rufen wir alle Antifaschist*innen auf, an diesem Tag auf die Straße zu gehen und sich auch darüber hinaus dafür einzusetzen, den Nazis nicht das Feld zu überlassen. Weder auf dem Ohne-Sportplatz in Leinfelde, auf der Straße oder in den Parlamenten!