Wenn man schon keine Bilder hat, muss man sich eben welche herbeidichten

Während sich die oberste Ordnungsbehörde für den friedlichen Verlauf der Demonstration bedankte, und auch ihr die 2.000 Einsatzkräfte der Polizei mehr als übertrieben schienen, bastelt sich die TLZ ihre eigenen Bilder vom bösen „schwarzen Block“.
Bereits im Vorfeld haben wir mehrfach den Kontakt zur zuständigen Lokalredaktion gesucht, um unsere Interessen und Kritiken durch die Presse in die Öffentlichkeit zu tragen. Leider hielt es diese aber nicht für nötig unserer Mobilisierung irgendeine Form von Aufmerksamkeit zu schenken. Im Nachgang jedoch fällt die Berichtserstattung über unseren Demonstrationsverlauf um so umfangreicher und kreativer aus:
In dem Bericht „Eichsfeld hat Nazis satt: Demo gegen NPD-Heimattag“ vom 7.05. über die antifaschistische Demonstration gegen das NPD Fest in Leinefelde werden Formulierungen verwendet, die den Eindruck hinterlassen, ein wütender Mob randalierender Jugendlicher wäre durch die Straßen gezogen und hätte ein Feld der Verwüstung hinterlassen. So könnte man meinen, die Autoren J. Backhaus und F. Klaus wollen mit solchen Artikeln das Niveau der BILD-Zeitung erreichen. Subjektive Wahrnehmungen werden als Tatsachen dargestellt. Dubiose Beschuldigungen, es hätte von unserer Demonstration Anfeindungen gegen die Bürger_innendemo der Initiative für Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie am Bonifatiusplatz gegeben, ist schließlich der Gipfel der Verleumdung.
So stellen wir uns die Frage, an welcher Demonstration die Autoren teilgenommen haben, dass es zu solchen Wahrnehmungsstörungen bei ihnen kommt.
Deshalb werden wir uns gegen diese miese Meinungsmache in der TLZ wehren.

Und auch Landrat Henning geht nun in die Selbstreflektion.
Zum wiederholten Male äußert er sich zum Gerichtsbeschluss: „[…]Nun sei das Thema „ausgeurteilt“, mit dieser Rechtssprechung „können wir uns nicht anders verhalten“ als auch solche Veranstaltungen zu genehmigen, so der Landrat.[…]“ (der Artikel)
Mit anderen Worten: „Ich kapituliere!“
Die Resignation vor dem Gerichtsurteil lässt sich nicht ganz nachvollziehen, denn mit einer anderen Argumentationsstruktur hätte ein Verbot des „Heimattages“ durchaus bessere Chancen haben können, wie wir schon öfter betont haben. Außerdem öffnet der Landrat damit rechten Events Tor und Tür. Denn durch solche Aussagen macht er das Eichsfeld für ähnliche rechte Feste geradezu attraktiv. Er machte deutlich, dass er ein erneutes Verbotsverfahren gegen solche Veranstaltungen nicht anstreben würde.
Es wirkt fast wie eine direkte Einladung an die entsprechenden Akteure.
Dem Landrat muss klar werden, das Widerstand gegen solche Veranstaltungen nicht Aufgabe des Staates ist. Als anerkannte Partei genießt die NPD nun mal die selben Rechte wie alle anderen. Um dennoch einen Umgang der Ablehnung oder gar eine Verhinderung solcher Veranstaltungen anzustreben, bedarf es einer Selbstermächtigung und des Mittels der bewussten, kollektiven Regelübertretung!